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DER NOBELPREIS IN LITERATUR DES JAHRES 2012 WIRD DEM CHINESISCHEN SCHRIFTSTELLER MO YAN VERLIEHEN „der mit halluzinatorischem Realismus Märchen, Geschichte und Gegenwart vereint“.

Mo Yan (Pseudonym für Guan Moye), geboren 1955, wuchs in Gaomi in der Provinz Shandong im nordöstlichen China auf. Seine Eltern waren Bauern. Während der Kulturrevolution verliess er als Zwölfjähriger die Schule und begann in der Landwirtschaft zu arbeiten, später in einer Fabrik. 1976 schloss er sich der Befreiungsarmee des Volkes an. In dieser Zeit begann er, Literatur zu studieren und eigene Erzählungen zu verfassen. Eine Literaturzeitschrift veröffentlichte 1981 seine erste Novelle. Seinen Durchbruch erzielte er einige Jahre später mit dem Kurzroman Touming de hong luobo (1986, französisch Le radis de cristal 1993).

 

Mo Yan gründet seine Erzählkunst auf die Erfahrungen, die er in seiner Jugend und in den Milieus jener Provinz machte, in der er aufwuchs. Dies wird deutlich in seinem Roman Hong gaoliang jiazu (1987, deutsch Das rote Kornfeld 1993). Das Buch besteht aus fünf miteinander verwobenen Erzählungen, die in Gaomi während einiger turbulenter Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts spielen und Schilderungen der Banditenkultur, der japanischen Okkupation und der schweren Bedingungen für das verarmte Landproletariat enthalten. Das rote Kornfeld wurde 1987 von Zhang Yimou erfolgreich verfilmt. Der Roman Tiantang suantai zhi ge (1988, deutsch Die Knoblauchrevolte 1997) und die Satire Jiuguo (1992, deutsch Die Schnapsstadt 2002) wurden aufgrund ihrer scharfen Kritik an der zeitgenössischen chinesischen Gesellschaft als subversiv angesehen.

 

Fengru feitun (1996, englisch Big Breasts and Wide Hips 2004) ist ein breites historisches Fresko, das aus der Sicht einer Familie das China des 20. Jahrhunderts schildert. Der Roman Shengsi pilao (2006, deutsch Der Überdruss 2009) zeichnet mit schwarzem Humor Alltagsleben und gewaltsame Umwälzungen in der jungen Volksrepublik, während Tanxiangxing (2004, deutsch Die Sandelholzstrafe 2006) eine Geschichte menschlicher Grausamkeit im zerfallenden Kaiserreich erzählt. Mo Yans jüngster Roman Wa (2009, französisch Grenouilles 2011) beleuchtet die Folgen der in China praktizierten Ein-Kind-Politik.

 

Mit einer Mischung aus Phantasie und Wirklichkeit, aus historischen und sozialen Perspektiven hat Mo Yan eine Welt erschaffen, die in ihrer Komplexität an William Faulkner und Gabriel García Márquez erinnert. Zugleich fusst sie auf der älteren chinesischen Literatur und mündlichen Erzähltraditionen des Volkes. Neben den Romanen veröffentlichte er zahlreiche Novellen und Essays zu unterschiedlichen Themen. In seinem Heimatland wird er trotz seiner gesellschaftskritischen Haltung als einer der führenden zeitgenössischen Schriftsteller betrachtet.

Geschrieben von Ronald Geier • Donnerstag, 11. Oktober 2012 • Kategorie: Empfehlen.

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